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1406. Nov. 18. Liegnitz.

Johannes Libeczeyt, Canonicus ecclesie collegiate s. sepulchri dominici summi Legniczensis schenkt zum Heil seiner Seele 17 Mark Groschen jährl. Zins auf die Besitzungen des Heinrich Hoff alias Snorrebeyn zu Poschewitz 5 Mark j. Z., auf die Besitzungen des Burhard Rawdaw zu Alt-Beckern bei Liegnitz 10 Mark Groschen j. Z., auf die Besitzungen des Jaroslaus Ruland in Jordansmöl 2 Mark, dem Nicol. Weydener in Liegnitz, Cleriker für das Canonicat und die Präbende, die er selbst, Testator, gegenwärtig inne hat, für den Fall, dass Herzog Rupert, dem Wunsche des Libeczeyt nachkommend, sie ihm überträgt. Geschieht dies nicht, so sollen von den 17 Mark zwei Altäre gestiftet werden, der eine in der Kathedrale zu Breslau, der andere in der Collegiatkirche zum hl. Egidi auf dem Dom in Breslau, für welchen Altar zunächst Nicolaus Weydener präsentirt werden soll; den Altar der Domkirche soll nach Weydener's Tode Paul Przedwogy, Vicar der liegn. Collegiatkirche erhalten, nach dessen Ableben aber soll dem jedesmaligen Official die Collative des Altars zukommen. Den Altar in der Egidikirche soll für ewige Zeiten der ältere Sakristan der breslauer Kathedrale haben. Für den Fall aber, dass Weydner mit der Pfründe des Testators investirt werden sollte, so sollen nach Weydners Tode 5 Mark von den 17 Mark j. Z. an die Mansionare der Marienkapelle in der Collegiatkirche fallen. Dafür sollen sie alle Tage 2 Messen lesen; die eine pro defunctis (verbunden mit einer Collecte für den Celebranten), die andere pro peccatis. Die Nachfolger Weydener's in dem bewussten Canonicat sind verpflichtet wöchentlich 3 Messen zu lesen, die erste de corpore Christi, die zweite de beata virgine Maria, die dritte pro defunctis (mit einer Collecte für den Celebranten). Ausserdem überlässt der Testator dem Weydener einen Kelch, 2 silberne vergoldete ampullae, 2 capsellae, 2 corporalien et speciales missas, cappam cum almiccio et supelliciis, 2 libros viaticos und 2 Ornate für den Fall, dass W. Domherr wird; nach seinem Tode fallen diese Gegenstände den obengenannten Mansionaren zu. Weydner soll, wenn er Domherr werden sollte, so lange er lebt, den Mansionaren jährl. 3 Mark Groschen geben, wofür sie mit beliebiger Auswahl wöchentlich 3 Messen, mit eingeschobener Collecte für den Priester, lesen sollen; nach Weydeners Tode hört beides auf. Die oben genannten Gegenstände aber darf Weydener, wenn er nicht Domherr wird, nach Belieben zu seinem Nutzen verwenden. Ausserdem vermacht der Testator seiner famula Frau Elisabeth Weydener 2 Mark Gr. j. Z. auf die Besitzungen Michaels und Gunczelini Brüder von Michelsdorf zu Czweycz, 2 Mark Gr. j. Z. auf Dorf Gorka.
Ausserdem fällt an dieselbe alles im Testament vom Testator nicht besonders genannte und testirte Eigenthum; den Vicaren der Collegiatkirche assignirt der Testator 5 Mark Groschen zu 1/2 Mark j. Z.; das Gleiche den Mansionaren für ein anniversarium perpetuum für den Testator und ernennt zu Prokuratoren und Instrumentsexekutoren: Herzog Rupert, Georg Ysinberg Canonic. eccl. Coll., Matern de Kalis Precentor Mansionar. eccl. Coll., Mathias Lepewicz Vicar eccl. Coll. Liegn., Nicol. Czobtic Subcustos und Nicol. Lossaw Altarist eccl. Wratisl. Act. Legnicz in stuba canonic. dom. Joh. Libeczeit. Testes: Joh. de Lewbis Vicar, Nicol. Brasiatoris, Nicol. Lebert de Gleywicz Mansionare der Collegiatkirche.

Orig. Prov. Arch. Colleg. Liegn. 6.


Urkunden-Buch der Stadt Liegnitz und ihres Weichbildes bis zum Jahre 1455 - Herausgegeben dr Friedrich Wilhelm Schirrmacher - Liegnitz 1866



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